Für ein schöneres Leben am Berg

 Sabine Merkelt-Rahm, westen.de


In Meiderich-Berg wollen sich zwei Interessengemeinschaften zusammenschließen. Alt und Jung trafen sich nun im Eiscafé Venezia.
Sabine Kessler (Wählergruppe Bürgerlich-Liberale/Foto unten), Initiator Pascal Judt und Elke Thasler begrüßten die Teilnehmer
des Treffens in Meiderich-Berg.

Noch ist das gemeinsame „Baby“ der alteingesessenen Bürgerinteressengemeinschaft (Big) und der jungen „wilden“ Bürgerversammlung
in Meiderich Berg nicht auf der Welt, aber man kann ja schon mal gemeinsam über einen passenden Namen nachgrübeln.
Im Eiscafé Venezia auf der Horststraße sitzt man dicht gedrängt und die Köpfe rauchen.

Pascal Judt bittet um Vorschläge und die gibt es reichlich: „Wie wäre es mit Big und Bigger?“, „Ich bin für Berg ist Big“,
„Oder Bigum aus Big und Untermeiderich?“
Ideen gibt es viele, in der mit Spannung erwarteten Bürgerversammlung. Aber nicht alles gefällt.
Herr Akpinar, der Fensterputzer hat da einen sehr berechtigten Einwand: „Können wir nicht einen deutschen Namen finden?“, fragt der Mann,
den hier alle Rambo nennen. Die Tatsache, dass er ein Meidericher mit Migrationshintergrund ist, zaubert ein beeindrucktes Schmunzeln auf
die Gesichter seiner Mitmeidericher.

Alle wollen gemeinsam etwas tun, gegen den Dreck, den Leerstand und die schlechte Einkaufssituation in ihrem Heimatstadtteil, oder zumindest ihrem Lebensmittelpunkt.
Da stand auch eine Fensterputzaktion auf der Ideenliste.Die leerstehenden Geschäfte bieten doch vor allem wegen der blinden, schmutzigen Fenster einen traurigen Anblick.
Höchste Zeit also, für frischen Durchblick zu sorgen. Außen könnte der freiwillige Fensterputzer tätig werden, drinnen müssten die Besitzer selbst Hand anlegen.

Das neue Pflegeberatungsangebot eines Pflegedienstes in der ehemaligen Marktklause, soll auch als Bürgerbüro funktionieren und Selbsthilfegruppen ein Zuhause bieten.
Solche Ansätze einer Belebung machen den Akteuren Mut.

Auch an der Einkaufsfront bewegt sich was. Der Rewe-Marktleiter Sascha Meyer ist eingeladen worden und informiert über die Chancen eines kostenlosen Lieferservices
für ältere und berufstätige Kunden. Noch bastelt er an der Umsetzung, hofft aber, bis zum nächsten Frühjahr ein fertiges Konzept vorstellen zu können.
Andere Ideen scheinen weiter von der von der Umsetzbarkeit entfernt zu sein. Die großen Linde-Lkw stellen an der Bergstraße und der Stahlstraße eine
erhebliche Gefahrenquelle dar, wie Anwohner berichten. Ob man aber eine Umgehungsstraße über Mittal-Gelände tatsächlich durchsetzen könnte, daran werden doch erhebliche Zweifel geäußert.

„Wir haben mehr Beziehungen zur Politik und die Vereinsstruktur“, sagt Günther Boeckhorst über die Big, die es schon seit 1987 gibt „es wäre doch grundverkehrt, jetzt nicht mit
den jungen Aufmüpfigen um Pascal zusammen zu arbeiten.“

Schließlich wollen alle das Gleiche, ein bisschen neues Leben für Meiderich Berg.


Sabine Kessler (rechts, links Thomas Bettermann) gegenüber der BL: "Es bewegt sich was und es ist ein erster Schritt,
dass Pascal
Judt mit seinen 18 Jahren nicht nur den Gedanken hatte was zu verändern, sondern auch in die Tat umgesetzt hat. 
Und das mit großem Erfolg. Die erste
Bürgerversammlung am 29.07.16, hat gezeigt wie groß das Interesse der Bürger
(es waren mehr als 80
Untermeidericher vor Ort) ist, eine bessere Wohn- und Lebensqualität in Meiderich-Berg zu erzielen."

"Auch das zweite und dritte Treffen hat dies mit der hohen Teilnahme bewiesen. Viele gute Ideen kamen dabei auf und
jetzt geht es diese umzusetzen", so Sabine Kessler weiter.

Zum Abschluss sagte sie dem jungen Pascal Judt Unterstützung zu: "Das Team der 
BL-Nord, damit meine ich Frank Triebel und mich,
war seit der ersten Versammlung dabei und unterstützt Pascal
Judt wo es kann!"